Weihnachtliches Kunsthandwerk in Visselhövede | Visselhövede

2021-10-26 02:37:28 By : Ms. Sunny Y

Mit Säurebad und Diamantbohrer

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. Zurzeit gibt es in fast jedem Dorf und in jeder Stadt in irgendeiner Form Weihnachtsmärkte. Dort wird allerhand Kunsthandwerk verkauft, das aber manchmal diesen Namen nicht verdient. Denn immer öfter wird Schund aus asiatischer Massenfertigung als eigenes Handwerk deklariert.

Nicht so bei der Veranstaltung des Visselhöveder Kultur- und Heimatvereins. Dort stehen eigene Kreationen der Aussteller zum Verkauf. Und sterben werden vor allem mit viel Liebe zum Detail hergestellt. Wir Haben Einige Aussteller mal etwas genauer über die Schulter geguckt.

Und das muss man bei den Etageren von Gerda Steenblock ganz besonders intensiv machen, um zu erkennen, aus was das Gestell für Kekse oder andere Dinge denn überhaupt besteht. Es sind nämlich Kuchenteller unten, eine Untertasse in der Mitte und oben die Kaffee- bzw. Teetasse. „Ich habe die Etageren in dieser Form mal gesehen und beschlossen, meine ebenso zu bauen“, berichtet Gerda Steenblock, sterben im Heimathaus genau dabei ist.

„Zu Anfang habe ich noch eigene Tassen und Teller genommen, doch nun kaufe ich das Geschirr bei Flohmärkten“, informiert die Hobbykünstlerin, die sich die Technik autodidaktisch angeeignet hat. Mit Einem Diamantbohrer WIRD Sorgfältig Ein Loch In Die Mitte Des Feinen Porzellans Gebohrt Und Dann Die stabförmige Halterung Aufgesteckt. Unglaublich, dass dabei der Künstlerin noch nie ein Teil zu Bruch gegangen ist „Es kommt schon mal vor, dass es Kratzer gibt, das ärgert mich zwar, ist aber nicht weiter dramatisch“, versichert die Visselhövederin.

Auch die Silberschmuckstücke von Karen März und Thomas Bösewill sind alles Unikate, die mal etwas ganz anderes waren – nämlich Besteck aus Omas Zeiten. Sie werden in den Händen von März und Bösewill zu Kettenanhängern, Ringen, Broschen, Ohrschmuck und auch Garderobenhaken verarbeitet. „Wir bekommen das Besteck häufig auf Flohmärkten, aber mittlerweile stellen sterben Kunden es uns auch vor der Tür, meistens mit einem Auftrag verbunden“, schmunzelt Bösewill, der von Beruf Kfz-Mechaniker ist. 

Am Stand der beiden Hobbykünstler funkelt und glitzert es auffällig, dabei kennt man altes Silber eher als stumpf und angelaufen. „Man benötigt einen besonderen Brenner für die Hitze und Spezialwerkzeug, um das Silber zu formen. Dann kommt der fertige Schmuck in ein Säurebad und wird drei Mal poliert“, verrät der Rethemer. 20 Hobbymärkte besucht er mit Partnerin Karen März im Jahr und hält immer fünf große Kästen voll Schmuck für die Kunden parat.

Kai Vesper hat schon überlegt, sein Hobby zum Beruf zu machen, „Doch mit der Selbstständigkeit ist das so eine Sache“, weiß der gelernte Elektriker. In seiner Freizeit arbeitet er schon immer mit Holz aus aller Welt, das er zu wahren Kunstwerken verarbeitet. Der Naturstoff hat exotische Namen wie „Ovankol“, „Padouk“ oder „Bilinga“. Aus einem einfachen Stamm werden so edle Nussschalen, Kerzenständer, Zettelhalter und vieles mehr.

Beim Weihnachtsmarkt hat der 26-Jährige seine Werkstatt im Harm-Becker-Speicher hinter dem Heimathaus aufgebaut. „Das ist ein toller Standort, einfach top!“ Vesper behandelt und poliert seine Werke mit „Danish-Oil“, einem besonderen Öl, das auch für Kinderspielzeug unbedenklich ist, wie er versichert. Der klare Renner während des Markts ist eine Nussschale mit eingebautem Steuerrad als Nussknacker. Dafür nimmt der Hobby-Holzwurm sogar einige Bestellungen mit nach Hause, die er nun noch bis Weihnachten fertig bekommen muss.

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